Heil- und Wurzelwissen

Schule für Massage- und Kräuterausbildungen, schamanische Kurse und Frauenseminare

Warum ich Kräuterfrau wurde… (1. Teil mit Rezept)

Meine Kräuterkarriere begann vor ca. 56 Jahren.SAMSUNG

Meine Großmutter, eine wahrhaft Wissende, eine echte „Weise Frau“, liebte Lärchen. Immer, wenn es gestürmt hatte, ging sie in den Wald, um „Lärchenprügel“, wie sie das nannte, zu sammeln. Sie fand kein Feuer schöner als ein durch die Lärche gezündetes und genährtes und arbeitete auch viel mit dem Pech des Baumes, ein Harz, das immense ziehende und antibakterielle Eigenschaften besitzt. Daher einer meiner ersten Ausblicke, an die ich mich erinnern kann (obwohl daran einige zweifeln!): das vom Kinderwagendach umgrenzte Bild eines freundlichen, alten, klugen Gesichts und der roten duftenden Bruchstellen von Lärchenästen, die auf den Kinderwagen geladen wurden. Kleine, verklebte Finger, die wunderbar rochen und mit Butter eingeschmiert wurden, um das Harz herunterreiben zu können (auch heute noch eines der wenigen Mittel, mit denen sich Harzflecken von der Haut leicht entfernen lassen).

Von meinen ersten Krabbelabenteuern in der Wiese und den Kostproben, die ich (unter Aufsicht natürlich) von den Gänseblümchen, der Schafgarbe, dem Spitzwegerich und dem Sauerampfer nahm, hat man mir nur erzählt, davon weiß ich nichts mehr. Wohl aber von den blühenden Apfelbäumen, unter denen satt und sonnig die Löwenzahnblüten den Frühling verkündeten. Kein Wunder also, dass für mich ein solcher Apfelbaumhain, rosig weiß und duftig, mit dem Strahlen des Löwenzahns noch immer der Inbegriff des Frühsommers ist.

Und vom Löwenzahn, in unserer Familie ein wichtiger Begleiter durchs ganze Jahr, möchte ich heute mehr erzählen.Foto Susanne 2007 220

Er ist ein unbeliebtes Gartenunkraut, die meisten, die einen Rasen vor dem Haus ihr eigen nennen, versuchen tunlichst, ihn auszurotten. Gott sei Dank hat man damit beim Löwenzahn aber keine Chance, ist er doch durch seine tiefen Pfahlwurzeln, die immer wieder neu austreiben, wenn man sie nicht zur Gänze aussticht, und durch seine Samenschirmchen, die viele Kilometer weit fliegen können, wenn die Frühlingswinde mit ihnen spielen, eine äußerst vitale Pflanze.

Und genau diese Vitalität schenkt er uns: Sein ganz besonderer Mix an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, seinen Gerb- und Bitterstoffen, Flavonoiden und Glykosiden wirkt auf den gesamten Oberbauch, wo er nicht nur alle Verdauungsdrüsen – die Magensekretion, die Bildung von Galle, Bauchspeicheldrüse und Leber – anregt, sondern auch Nieren und das gesamte harnableitende System pflegt und heilt. D. h., Hautprobleme werden genauso durch ihn behandelt wie Gicht und Rheuma, wie Blähungen und Völlegeühl. Seine Bitterstoffe können aber auch noch etwas anderes: Sie bewirken eine Stärkung des gesamten Organismus und helfen bei Müdigkeit, Abgespanntheit, schwieriger Rekonvaleszenz.

Löwenzahnrezepte gibt es unendlich viele, in unserer Familie wurden die ersten Blattspitzen bereits im März geerntet und zu einem köstlichen Kartoffel-„Zigori“-Salat verarbeitet. Mit den Wurzeln machte man Löwenzahnbrot, röstete den eigenen Kaffee, mit der Milch konnten Warzen behandelt werden, die Blüten zu Honig verarbeitet, der Brei aus der ganzen Pflanze auf Wunden gestrichen. Am liebsten hatte ich allerdings das Löwenzahnpesto, das es möglich machte, dieses tolle Geschenk der Natur auch noch mitten im Winter zu genießen:

 

– 50 g möglichst kleine zarte Löwenzahnblätter

– 10 g Pinienkerne

– 50 g Olivenöl

– Meersalz

Blätter und Pinienkerne fein hacken, mit dem Salz mit einem Pürierstab unter langsamer Zugabe des Öls pürieren. Licht- und aromageschützt aufbewahren, dann ist das Pesto ein Jahr lang haltbar. Schmeckt gut zu Nudelgerichten, in Salaten, Aufstrichen usw.

Bald ist es wieder so weit – ich wünsche guten Appetit!

Eure Susanne

 

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 14. Februar 2015 und wurde abgelegt unter "Allgemein". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

1 Kommentar

  1. Cornelius Huber sagt:

    Sobald der Schnee weg ist werde ich mal ein Pearl machen .danke

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