Heil- und Wurzelwissen

Schule für Massage- und Kräuterausbildungen, schamanische Kurse und Frauenseminare

Warum ich Kräuterfrau wurde (Teil 2 mit Rezept)

Nun hatte ich also die ersten Jahre meiner Kindheit mit kräuterkundigen Eltern und vor allem einer damals ziemlich bekannten kräuterkundigen Großmutter verbracht und Pflanzen – gleich ob Baumriesen, winzige Gartenunkräuter, Balkongeranien oder der tägliche Schnittlauch – waren aus meinem Leben nicht wegzudenken.

Mit sieben hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, das mich – vermutlich – Jahrzehnte später der Alchemie zuwenden ließ: die Faszination für die Umwandlung von Stoffen wurde geweckt: meine Großmutter schenkte mir einen Kefirpilz, der innerhalb kurzer Zeit Milch in Joghurt verwandelte. Völlig hingerissen verwandelte ich mit Hilfe des Pilzes Liter für Liter Milch, bis meine Mutter erklärte, dass die Familie jetzt nun genug hätte von den Unmengen an Joghurt, und ich müsse, was auch immer ich verwandelte, selber aufessen. Tapfer hielt ich das auch einige Wochen durch und machte dadurch meine Lehre im Einkochen. Denn die Unmengen an Joghurt ließen sich nur vertilgen, wenn ich täglich andere Geschmacksvarianten ausprobierte: mit Preiselbeer- und mit Heidelbeermarmelade, mit Himbeere und Erdbeere und Holunder… und in dieser Zeit ließ ich mir von meiner Großmutter das Marmelademachen beibringen. Sie unterstützte mich im Erfinden recht abenteuerlicher neuer Mischungen: Brombeer-Brennessel-Marmelade, Apfel-Vogelmiere-Gelee, Johannisbeer-Gundelrebe-Gänseblümchen-Konfitüre.

Trotzdem hielt ich es dann nur noch zwei oder drei Monate durch, hatte aber dadurch wieder einiges über Kräuter gelernt.

Das Gänseblümchen war in dieser Zeit mein Favorit, ich flocht Hunderte von Kränzen, Kronen und Armbändern, aß täglich Schwarzbrot mit Butter und Gänseblümchenblüten mit etwas Salz darüber, ohne zu wissen, was ich heute weiß: Gänseblümchen sind Immunstärker, entgiften und entschlacken und regen die Blutbildung an. Nicht umsonst loben Kräuterkundige aller Zeiten diesen kleinen unscheinbaren Korbblütler als Kinderkraut, das zarte, blasse Kleinkinder, die „nicht so recht gedeihen wollen“, aufbaut und ihnen Rot in die Wangen zaubert.

Hier das Rezept für Gänseblümchenhonig, der erste Honig, den ich selbst ansetzen durfte, und der Husten linderte und Schleim löste:

  • Ein Schraubglas lose mit Gänseblümchenblüten füllen.

  • Dünnflüssigen Honig darüber gießen, bis alle Blüten bedeckt sind.

  • 3 – 4 Wochen an die Sonne stellen.

  • Täglich einmal umdrehen, so dass der durchsickernde Honig alle die wertvollen Inhaltsstoffe in sich aufnehmen kann.

  • Die Blüten können abgeseiht werden oder auch mitgegessen.

  • Bei Bronchitis oder zu viel Schleimabsonderung mehrmals am Tag einen Teelöffel zu sich nehmen.

Sobald die ersten aperen Flecken im Garten zu finden sind, strecken die Gänseblümchen ihre zarten weiß-rosa-gelben Köpfe heraus. Also: los geht´s!

Herzlichst

Susanne

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 23. Februar 2015 und wurde abgelegt unter "Allgemein". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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