Heil- und Wurzelwissen

Schule für Massage- und Kräuterausbildungen, schamanische Kurse und Frauenseminare

Warum ich Kräuterfrau wurde (Teil 3 mit Rezept)

 

So verbrachte ich also einen sehr großen und vor allem wichtigen Teil meiner Kindheit in den Bergen, im Wald und auf den Wiesen in der Umgebung von Innsbruck, in der überwältigenden Natur meiner zweiten Heimat, der kroatischen Insel Rab (wo ich auch sehr viel über traditionelle Anwendungen der dort heimischen Flora von den Alten lernen durfte), und an den Seen und Mooren Kärntens.

Wie fast jeder junge Mensch erlebte ich eine Abnabelung von meiner Familie, indem ich mich im Alter zwischen 12 und 16 von allem distanzierte, was dieser wichtig war, wurde aber nach wie vor von den Meinen mit Wildkräutern bekocht und dann zu meinem 16. Geburtstag wieder „eingefangen“: Meine Eltern schenkten mir ein Buch von Stefanie Faber mit dem Titel „Naturkosmetik selbst gemacht“. Und damit begann eine ganz neue Phase des Ausprobierens und Experimentierens. Ich rührte Cremes und Salben mit Joghurt, Sahne, Früchte- und Beerenmusen und diversen Ölen und Bienenwachs, kochte meine ersten Seifen mit Schweineschmalz und Pottasche (die waren wirklich eine Katasprophe, optisch und olfaktorisch ziemlich unappetitlich), erfand bald auch meine eigenen Shampoos und Duschgels mit meist viel zu großen Dosen an ätherischen Ölen. Immer aber waren frische Wildkräuter mit von der Partie. So kam meine ganze Familie in den Genuss von riesigen Mengen an Putzmitteln mit Gundelrebe und Schafgarbe, und von stark duftenden Badezusätzen mit Wildrosen, Veilchen, Malven und vielem anderem mehr.August-September 2006 013

Es war eine gute und sehr wichtige Zeit des Lernens, und ich bin immer wieder dankbar für die Möglichkeiten, die mir geboten wurden, und den reichen Schatz an Erfahrungen, die ich machen durfte.

Besondere Favoriten in dieser Zeit waren einerseits eine Frucht, die Avocado, andererseits ein Wildkraut, die Vogelmiere. Aus diesen beiden stellte ich alle möglichen Hautcremes und -masken her.

Avocados sind die Früchte eines Baumes, der ursprünglich aus Mexiko stammt und zu den Lorbeergewächsen gehört. Ich bin zwar prinzipiell eine Anhängerin heimischen Obstes und Gemüses (schon rein um der Nachhaltigkeit willen), aber es gibt so manche exotische Besonderheit, die ich weder in meinem Speiseplan, noch in meiner heilerischen Tätigkeit missen will.

Die Avocado-Frucht enthält außer gesunden pflanzlichen Fetten große Mengen an lebenswichtigen Vitaminen (vor allem Vitamin B), auch viele Mineralien, Spurenelemente und Säuren. Sie kann sowohl kulinarisch als die bekannte Guacamole verwendet werden und dem Organismus neben einer delikaten Gaumenfreude auch noch Energieschübe verpassen. Sie kann aber auch äußerlich verwendet werden (als frische Frucht oder auch das tiefgrüne Avodacoöl), um die Haut zu nähren und kräftigen.September Oktober 2006 044

Die Vogelmiere ist ein winziges Nelkengewächs, das als ungeliebtes Gartenunkraut schnell ganze Beete überwuchern kann. Weniger bekannt dürfte sein, dass sie einerseits ein sehr leckeres Wildkraut ist, das mit seinem zarten Geschmack nach frischen Maiskölbchen jeden Salat aufwertet und zudem durch die Mengen an Vitaminen, Saponinen, Flavonoiden, Cumarinen, Mineralien, durch Oxalsäure, Schleim, Zink, und ätherische Öle die Verdauung und den Stoffwechsel anregt, entschlackend wirkt und das Immunsystem aufbaut u.v.a.m. Andererseits wirkt sie äußerlich bei schlecht heilenden Wunden, Ekzemen und sogar Geschwüren.

Das Wissen um diese beiden Pflanzen hat natürlich meine 16jährige Phantasie angeregt, und ich habe damals etwas in meinen Augen Geniales „erfunden“: eine Creme, die gegessen werden kann, aber auch äußerlich aufgetragen:

– 1 Avocado (sie sollte weich, aber nicht patzig sein)

– 1 Handvoll Vogelmiere (waschen und klein zupfen)

beides mit einem Pürierstab cremig rühren.

Einen Teil davon nahm ich, um mir eine Gesichtsmaske zu bereiten (ich hatte zwar mit 16 noch eine sehr zarte Haut, aber als Rotblonde schon damals eine hyperempfindliche und leicht stressbare, und die Maske machte mein Gesicht nach durchtanzten Nächten wieder schultauglich).

Den anderen Teil würzte ich mit Salz und Pfeffer und strich ihn auf mein Frühstücksbrot, was mir die Energie verlieh, die nachfolgenden Mathematik-, Latein-, und Philosophiestunden zu überstehen…..

Die Mischung kann noch einiges andere:

– sie ist ein einmaliges Therapeutikum bei Sonnenbrand

– sie kann bei Neurodermitis und bei Schuppenflechte wahre Wunder bewirken

– sie ist meiner Ansicht nach der noch interessantere Dip als die reine Guacamole.

Viel Freude beim Experimentieren wünscht

Susanne

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 28. Februar 2015 und wurde abgelegt unter "Allgemein". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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